„Verstand verloren, Großartiges zerstört“

Sie wartet auf Aliens, legt Techno auf und stellt unsere Vorstellung vom Amazonas auf den Kopf. Für ihre Arbeit R€¥€R$€, die im September beim Ars Electronica Festival (9. bis 13. September) in Linz zu sehen ist, wurde die kolumbianische Künstlerin Laura Colmenares Guerra ausgezeichnet. Ein Gespräch über einen weisen Ort, koloniale Denkmuster und warum es das Wort Natur nur im Westen gibt.  

Text: Eva Holzinger 

Die Anna von Rüden

Text: Elisa Promitzer

Half-Zip: Ante, Jacke: Joseph, Shorts: Ksenia Schnaider, Rock: Replay, Strumpfhose: Wolford, Ohrringe: Swarovski

Ein Leben zwischen 15 Enkelinnen und High-Fashion-Editorials – das ist das Leben von Anna von Rüden. Das 74-jährige Model aus Berlin macht seit 20 Jahren die Fashion-Szene unsicher: Sie steht für Gucci, Dolce & Gabbana und Co vor der Kamera, ziert unterschiedliche Indie-Cover, ist ein fixer Bestandteil der Berlin Fashion Week. Wir treffen sie in ihrer Berliner Wohnung inmitten von Kunst und Kinderzeichnungen und sprechen mit ihr über Falten, die Persianer-Hüte ihrer Großmutter, die Liebe und den Tod.

Die Soap&Skin

Text: Eva Holzinger, Fotos: Xenia Snapiro, Styling: Sarah Zalud-Bzoch

Die Musikerin Anja Plaschg, bekannt als Soap & Skin

„When I was a child, I toyed with dirt. I killed the slugs, I bored with a bough in their spiracle.“ Die österreichische Ausnahmekünstlerin SOAP&SKIN singt von Tod und Schmerz, von Natur und Heilung. Sie durchbohrt uns mit ihrer Stimme und schnürt uns die Luft ab, nur um uns dann im Anschluss besser atmen zu lassen. Man liest den Songtext zu Spiracle anders, wenn man weiß, dass Anja Plaschg in einem steirischen 200-Einwohner-Dorf auf einer Schweinemast aufgewachsen ist. Ein Gespräch über tote Schweine, Würfelzucker-Hexen und sprechende Bäume.
 

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BUCH: UNVERGESSLICHE SCHWEINEREI


2017 stolperte der chinesische Fotograf Feng Li am Flughafen über ein verlassenes Babyschwein und dachte sich: "Warum nicht?" Inzwischen ist das Tier fester Bestandteil der Familie und hört auf den Namen PIGGY FENG. Den VERRÜCKTEN FAMILIENZUWACHS hat Feng Li fotografisch dokumentiert und in seinem Buch PIG zusammengefasst.

 

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TIPP: MUMOK

AUSSTELLUNG: TERMINAL PIECE


Die neue Leiterin FATIMA HELLBERG hat ihren ersten Ankauf getätigt – die Installation TERMINAL PIECE (1972) der US-amerikanischen Künstlerin, Aktivistin und Autorin KATE MILLETT.
Das Werk bildet den Ausgangspunkt der gleichnamigen Ausstellung. Im Zentrum steht eine Puppe, die den Blick der Besucher erwidert und damit die Frage aufwirft: Wer betrachtet hier eigentlich wen? 
Diese Perspektive soll auch das künftige Programm des mumok prägen. (Foto: ©Zoe Leonard)
 

WANN? bis 7. Februar 2027
WO? mumok, 1070 Wien

 

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TIPP: MATTER OF ART BIENNALE

KUNST: BIENNALE IN PRAG UND PARDUBICE


Es ist schon erstaunlich: Der Eiserne Vorhang fiel vor über 36 Jahren, und Wien rückte damit vom grauen Rand in die bunte MITTE EUROPAS – doch der Osten ist für viele noch immer ein weißer Fleck. Leute, es ist Zeit, über den eigenen Tellerrand zu schauen! Setzt Euch in den Zug nach PRAG oder PARDUBICE: In knapp viereinhalb Stunden seid Ihr in den schönsten Städten und könnt Euch jede Menge Kunst gönnen.


Wie wäre es zum Beispiel mit der vierten Ausgabe der Biennale MATTER OF ART unter dem Titel NECESSARY WISHES? Sie zeigt Positionen von 49 internationalen Künstlerinnen und Kollektiven, die vom Kuratoren-Team JAROSLAVA TOMANOVÁ, JAKUB GAWKOWSKI und FRANTIŠEK FEKETE ausgewählt wurden. „Bavte se!“ (Habt Spaß!) (Foto: ©Michal Durda)

 

WANN? noch bis So, 13. September

WO? Nationalgalerie Prag, GAMPA - Stadtgalerie Pardubice, Kunstzentrum Tusculum Prag

 

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TIPP: PHOTO BRUT/ FOTO ARSENAL

KUNST: „PHOTO|BRUT. FEELING PHOTOGRAPHY“ IM FOTO ARSENAL


Die neue FOTO ARSENAL-Ausstellung zeigt 40 fotografische Werke aus zehn Nationen von AUTODIDAKTISCHEN Künstlerinnen, deren Kulissen keine hippen Lofts, sondern psychiatrische Einrichtungen, einsame Dachkammern und das Leben am Rande der Gesellschaft sind.

 

Schon 1948 taufte der französische Künstler JEAN DUBUFFET diese unpolierte Kunstform ART BRUT, die Kamera-Variante nennt sich konsequenterweise PHOTO BRUT. (Foto: ©Photo | Brut, Collection Bruno Decharme)

 

WANN? noch bis So, 6. September 
WO? Foto Arsenal Wien, 1030

 

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TIPP – Femxphotographers LOVE

BUCH: LOVE BILDBAND


In einer Sache sind wir uns wohl alle einig: LOVE kann die Welt immer gut vertragen. Umso schöner ist es, dass sich der dritte Bildband des internationalen Fotokollektivs FEMXPHOTOGRAPHERS.ORG, dessen Release kürzlich im FOTO ARSENAL gefeiert wurde, sich der romantischen, platonischen und familiären Liebe widmet.

 

Gegründet 2018 von den Künstlerinnen KIRSTEN BECKEN und VERONIKA FAUSTMANN, verfolgt das Kollektiv seit jeher das Ziel, die Sichtbarkeit weiblicher Fotografinnen zu erhöhen. Für LOVE haben sich insgesamt 26 internationale Künstlerinnen zusammengetan. Die Bilder der Fotografinnen werden von Poesie und Text begleitet. Nehmen wir mit Handkuss! (Foto: ©Claudia Holzinger). 

 

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Der Elmayer

Text: A. Mayer-Salvi mit V. Häberle, E. Schreiber und A. Svestka

Im Laufe unseres Lebens nehmen wir im Schnitt über 80.000 Mahlzeiten zu uns und verbringen immerhin insgesamt sechs Jahre nur mit Essen. Sobald wir uns zu Tisch begeben, gehorchen wir – bewusst oder unbewusst – unzähligen Verhaltensvorschriften. Wir haben uns mit dem österreichischen Papst des guten Benehmens, Thomas Schäfer-Elmayer, getroffen und ihn zu einem ihm exotisch unbekannten Ort gelockt: Hermann’s Würstelstand 1070.

Der Jeganer

Text: Antje Mayer-Salvi mit Lukas Perend

Tierleid, die Zerstörung der Umwelt, Überdüngung von Böden und Verlust von Artenvielfalt sind der Preis für Fleisch aus Massentierhaltung. Bietet die Jagd eine Alternative? Wir haben uns mit Christopher Stoll unterhalten, einem Jeganer, der nur Selbsterlegtes isst und abseits davon auf tierische Produkte verzichtet.

Das Einhorn

The Lady and the Unicorn by Luca Longhi (1507-1580)

Ein mittelalterlicher Mythos besagt, dass das Einhorn sich nur einer Jungfrau zeigt. Diese platziert man der Sage nach allein an einer Waldlichtung, bis ihr das magische Wesen in den unberührten Schoß springt. Wir sprechen mit der deutschen Expertin Julia Weitbrecht über ein Tier, bei dem sich viele nicht sicher sind, ob es wirklich existiert.  

Text: David Meran

The Car Issue #8 – OUT NOW

In unserer neuen Printausgabe (deutsch & englisch) feiern wir ein Kultobjekt. Es ist sexy, es tötet, es stinkt. 226 Seiten, Rubbel-Cover und Asphalt-Geruch inklusive. Interviews und Stories mit und über Ikkimel, Candyshop, Erwin Wurm, Women & Wheels, Sodl, Immo Klink, Jovana Reisinger, Sylvie Fleury, Florentina Holzinger, u.v.a.m. Bereuen oder Bestellen?

Die Manteros

Text: Lena Stefflitsch

Die illegalen Straßenverkäufer von Fake-Luxusartikeln werden in Spanien Manteros genannt. Eine Personenbezeichnung, die sich aus ihrer ständigen Begleiterin, einer Manta, ableitet, der weißen Decke, auf der sie ihre Waren ausbreiten und die sich in Sekundenschnelle in einen tragbaren Beutel umformen lässt. Wer sind die „schwarzen“ Männer mit den weißen Säcken? 

Die Kohn

Text: Viktoria Kirner; Fotos: Rafaela Pröll, Privatarchiv Kohn

Die Kohn ist Kult und immer für eine schräge Geschichte gut. 2024 war sie SEXY, NOT SORRY als Palmers-Model. Falco, Helmut Lang, Velvet Underground, Marilyn Manson und Quentin Tarantino – sie alle hatten das Glück, in ihrer Gunst zu stehen. Ob als Barchefin im legendären U4 oder als Geschäftsführerin der weltberühmten Loosbar, die Wiener Nachtpatrona und ihr Regiment haben Wiens Party- und Clubbingszene in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich geprägt. Wir haben mit ihr über einen möglichen zweiten Bildungsweg als Domina, ihre Hassliebe zu Falco, die wilden 70er und die noch viel wilderen 80er gesprochen.

Der Fetz’n-Müller

Text: Eva Holzinger

Der Fetz´n-Müller_CO Vienna Magazine

Kritzendorf, die Donau hinauf, knapp 30 Autominuten von Wien. Dort regierte der Fetz’n-Müller, der österreichische Stoffkaiser, sein Reich. Das legendäre Textilgeschäft ist eine Institution, eine Pilgerstätte für Modedesignerinnen, Wiener Kunststudierende und Mekka der Do-it-yourself-Anhängerschaft. Aufräum-Ikone Marie Kondō hat hier Hausverbot: Wir trafen den Gründer Franz Müller, der leider 2022 verstorben ist, und seinen Nachfolger, den gebürtigen Bosnier Adnan „Adi“ Beslagić. In ihrem Büro hängt ein Schild mit einer Ziege an der Tür: „Hier gibt’s nichts zu meckern.“ Stimmt.

Brutale Sanftheit

Text: Rahel Schneider

benzii singt über gebrochene Herzen, rekelt sich dabei halbnackt im SCHLAMM und entführt uns in eine Welt zwischen Märchen, Albtraum und expliziter Körperlichkeit – die Berliner Avantgarde-Popmusikerin tanzt auf den Trümmern der Norm.

Die Kraft der Schönheit

Dries Van Noten 3

Als Dries Van Noten 2024 mit seiner gefeierten, letzten Kollektion Abschied von der Mode nahm, schien eine Ära zu Ende zu gehen. Tatsächlich markierte dieser Schritt jedoch einen Neuanfang: Der belgische Designer gründete die Fondazione Dries Van Noten, erwarb einen Palazzo in Venedig und eröffnete dort kürzlich seine erste Ausstellung The Only True Protest Is Beauty. Im Interview spricht er über diesen neuen Lebensabschnitt und seine Pläne für die Zukunft.

Text: Brigitte R. Winkler 

Fotografin des Monats: Olesya Parfenyuk

Text: Olivia Theofanidis, Fotos: Olesya Parfenyuk 

Playground Outcast für VEIN Spain

ZEITLOS, KÜHL, MELANCHOLISCH, so beschreibt die ukrainische Künstlerin und Fotografin OLESYA PARFENYUK ihre Kunst. Ein Gespräch über ihre Wahlheimat Österreich, die Fashion Szenen in London und Paris und die Suche nach Emotionen in der Fotografie.

„Wahnsinnig still“

Text: Antje Salvi

Milo Rau_14

Die Wiener Festwochen 2026 sind zu Ende gegangen. Der Schweizer Intendant Milo Rau sorgte mit der Ein- und späteren Ausladung des mächtigen Tech-Oligarchen Peter Thiel einmal mehr für internationale Schlagzeilen. Viel Lärm. Um nichts? Oder um etwas, das ihm wirklich wichtig ist? Zeit für ein privateres Gespräch: Warum er sich das alles antut, über seine leise Seite, die Kindheit und ob er in Wien bleiben will.

Kann Technologie feministisch sein?

Softer global Christie

Die Londoner Kreativdirektorin und Designerin Christie Morgan stellt mit dem Netzwerk SOFTER die Frage, wie digitale Räume menschlicher, inklusiver – und nicht zuletzt feministischer – werden können. 

Text: Eva Holzinger

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